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7. Oktober 2009
HSV-Stealers und ihre Erfolgsgeschichte
Die Baseball-Mannschaften der HSV-Stealers können auf die seit Jahren erfolgreichste Saison zurückblicken – und zwar sowohl im Herren- als auch im Nachwuchs-Bereich. Erstmals seit der
Meistersaison 2000 gelang dem Bundesliga-Team der Stealers wieder der Einzug in die Play-offs um die Meisterschaft. Mit elf Siegen aus den 24 Spielen der regulären Punktspielsaison belegte die erste
Herren-Mannschaft wie erhofft und mit vier Siegen Vorsprung auf die Verfolger Cologne Cardinals und Bonn Capitals den vierten Rang der Bundesliga Nord.
Im Play-off-Viertelfinale war dementsprechend der Titelverteidiger und Südmeister Regensburg Legionäre der Gegner. Gegen die mit zehn Nationalspielern bestückten und mit einem mittleren
sechsstelligen Etat ausgestatteten Süddeutschen galten die Stealers als klarer Außenseiter. Doch nur im ersten Spiel der Best-of-Five-Serie war ein Klassenunterschied zu sehen. Mit 1:11 verloren die
Stealers die Auftaktpartie auf der eigenen Anlage am Langenhorst in Niendorf. Schon im sofort anschließenden zweiten Spiel erzwang die Mannschaft von Trainer Shawn Pynn ein 3:3 nach den
regulären neuen Innings (Spielabschnitten). Erst im ersten Extra-Inning konnten sich die von einem großen Autovermieter kräftig unterstützten Regensburger schließlich mit 7:3 durchsetzen. Das dritte
Match fand eine Woche später in dem für die WM-Vorrunde frisch renovierten Stadion von Regensburg statt. Das für deutsche Verhältnisse höchst professionelle Ambiente motivierte die HSV-Akteure erneut
zu einer besonderen Leistung. Auch von einem frühen 0:4-Rückstand ließen sich die Stealers nicht schocken, sondern kamen durch gute Schlagleistungen und couragiertes Baseruning auf 5:6 und 7:8
heran und verloren am Ende etwas unglücklich 7:9. Die Regensburger, die zuvor in ihrer Punktspielsaison nur drei Partien verloren hatten, waren sichtlich beeindruckt vom Hamburger Auftritt.
Herausragender Schlagmann war in den Play-offs der langjährige Leistungsträger Brehan Murphy sowie der als Short-Stop und Pitcher eingesetzte Import-Amerikaner Kody Hightower.
Für die kommende Saison gab Trainer Pynn auch gleich das Ziel aus, in der Nordgruppe unter die ersten Drei zu kommen, um in den Play-offs nicht gleich auf den Süd-Meister zu treffen. Um dieses Ziel
zu erreichen, soll die Mannschaft punktuell verstärkt werden, aber auch aus dem eigenen Nachwuchs drängen talentierte und leistungsbereite Spieler nach. Sowohl die Junioren (bis 18 Jahre) als auch
die Jugend (bis 15 Jahre) sicherten sich souverän die Meistertitel von Hamburg und Schleswig-Holstein. Wie stark diese Teams wirklich sind, wurde jetzt bei den Deutschen Meisterschaften deutlich. In
Stuttgart belegte die Jugend der HSV Stealers unter acht Mannschaften den fünften Platz. Den Siegen gegen Gastgeber Stuttgart Reds (9:2) und die Haar Disciples (14:8) standen Niederlagen gegen die
Mannheim Tornados (0:10) und die Berlin Challengers (5:6) gegenüber. Rang fünf bedeutete die beste Platzierung, die je eine Hamburger Mannschaft bei Deutschen Jugend-Meisterschaften erreicht
hatte.
Eine Woche später waren einige dieser Jugend-Spieler auch im Junioren-Team der HSV Stealers bei den nationalen Titelkämpfen im Regensburger WM-Stadion im Einsatz. Schon nach dem ersten Spiel, das die
Hamburger mit 10:4 gegen Niedersachsen-Meister Dohren Wild Farmers sicher gewannen, war praktisch das Ziel erreicht, den sechsten Platz des Vorjahres zu wiederholen. Gegen den späteren Turniersieger
Mainz Athletics (2:17) gab es die erwartete Niederlage, ehe die Stealers-Junioren am Tage darauf in der Zwischenrunde sowohl gegen die klar favorisierten Gastgeber Regensburg Legionäre als auch gegen
den Baden-Württemberg-Meister Heidenheim Heideköpfe jeweils Rückstände aufholten und mit 7:6 sowie 6:5 gewannen. Damit hatten die HSV Stealers schon fast sensationell die Zwischenrunde gewonnen und
sich den letzten freien Platz im Halbfinale gesichert. Hier hielt das Team gegen die Berlin Challengers das Spiel lange Zeit offen, ehe man am Ende der Erschöpfung Tribut zollen musste und noch 0:7
verlor. Im Spiel um Platz drei gab es dann ein immer noch achtbares 3:8 gegen den mit einigen Bundesliga-Stammspielern besetzten Titelverteidiger Bonn Capitals.
Hervorzuheben aus einer durchweg engagierten und willensstarken Junioren-Mannschaft, die von den Tainern Jon Otto und Christian Pfeiffer sehr gut eingestellt wurde, sind Centerfielder Musa Jawara,
der als bester Batter (Schlagmann) des gesamten Turniers ausgezeichnet wurde, Catcher Mirko Oliczewski, dem drei Homeruns gelangen, und U-17-Nationalspieler Eric Harms, der mit seinem Pitching
überzeugte und mit einem mutigen Home-Steal den entscheidenden Punkt gegen Heidenheim erzielte. Einen verbalen Adelsschlag gab es am Ende von Uli Wermuth, dem Trainer des neuen Deutschen Meister
Mainz: „Die HSV Stealers sind ein noch sehr junges aber schon sehr gefährliches Team.“ Abgerundet wurde das gute Saisonergebnis der HSV Stealers durch den dritten Rang der 2. Herren in der 2.
Bundesliga Nord, Platz zwei der 3. Herren in der Verbandsliga und schließlich dem ersten Platz der 4. Herren in der Landesliga. Die Stealers dürften damit ein ganz heißer Kandidat für die
erfolgreichste Abteilung des Jahres im gesamten HSV sein.
Sven Huhnholz
